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Städte und Gemeinden: Bernstadt

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Bernstadt

Die Gemeinde Bernstadt mit ihrer 1.394 ha großen Gemarkung und ca. 2.000 Einwohnern liegt auf der Ulmer Alb am Südrand eines vom Lonetal gebildeten Kessels. 

Diese geografische Lage hat die Geschichte und Entwicklung der Gemeinde von je her bestimmt. Das von Westen nach Osten sich durch die nördliche Gemarkung ziehende Tal entfaltet im Raum Bernstadt besondere Schönheiten und Reize durch romantische Felshänge sowie die auf der rechten Talseite gelegenen Kalksteinhöhlen. Bizarre Kalkfelsen wie der Hubertusfels, der Mehlsack, der Salzbühl und an der Markungsgrenze zur Langenau das Fohlenhaus prägen ebenso wie die aufeinandergetürmten Geröllhalden beim Häldelesfels und beim Schlössle den Charakter der Tallandschaft. 

Während das Tal von Westen, also von Breitingen her kommend, bis zur Querung durch die Holzkircher Straße stark von Menschenhand geprägt ist, ist es von der Holzkircher Straße an talabwärts weitgehend naturbelassen. Flussaufwärts der Holzkircher Straße haben die Flurbereinigung mit Begradigung der Lone und Bau der Sammelkläranlage mit Zufahrtsstraße und seit jüngstem die solare Klärschlammtrocknungsanlage größere Eingriffe in den Naturraum dargestellt. Aber auch Flussabwärts wird bei näherem Hinsehen deutlich, dass hier seit Jahrhunderten der Mensch in den Verlauf der Lone eingegriffen hat, insbesondere durch Bewässerungsanlagen. Allerdings wird die Natur hier nicht mehr durch geteerte Straßen und Wege gestört, abgesehen von der Zufahrt zum Wanderparkplatz Salzbühl.

Die Gemeinde ist derzeit bemüht, im Rahmen des Gewässerentwicklungsplans Lone und des LEADER+ Programms für die Brenzregion dem Flussverlauf und damit dem ganzen Tal wieder zu helfen in seine ursprüngliche naturnahe Ausformung zurückzufinden.

In der Wohngemeinde Bernstadt mit schmucken Neubaugebieten ist das Gewerbe für die Grundversorgung der Bevölkerung vorhanden. In den letzten zehn Jahren haben sich im neuen Gewerbegebiet bereits mehrere Betriebe niedergelassen. Die Landwirtschaft ist nach wie vor ein wichtiger Faktor in der Gemeinde, wobei in den letzten zwanzig Jahren eine Konzentration auf mehrere große Betriebe und ein Rückgang der kleinen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebe festzustellen ist. Immer mehr kommt der Landwirtschaft eine wichtige Rolle in der Pflege unserer schönen Umgebung und damit des Naherholungsraumes zu.

Das öffentliche Leben in der Gemeinde wird gestaltet durch sehr aktive Vereine, die den Bürgern ein sehr weites Betätigungsfeld anbieten. Im wesentlichen sind zu nennen, der Turn- und Sportverein, der Gesangverein, der Schwäbische Albverein, der Schützenverein, der Landfrauenverein, der Brieftaubensportverein, der Garten- und Obstbauverein und der VdK. Die Bernstadter Jugend trifft sich und gestaltet ihre Abende im Jugendtreff "Schuppen".

Etwa 60 % der Bevölkerung gehören der evangelischen und 25 % der katholischen Kirche an. Im evangelischen Gemeindehaus sowie im Franziskushaus der katholischen Kirchengemeinde treffen sich die Gruppen und Einrichtungen der beiden Kirchen zu ihren Veranstaltungen aber auch zu besonderen Anlässen. Gottesdienste beider Konfessionen finden in der evangelischen Lambertuskirche statt.

Wichtige öffentliche Einrichtungen im Ort sind der Kindergarten (Träger: Evangelische Kirchengemeinde), die Grundschule mit dem Betreuungsangebot "Verlässliche Grundschule"; die weiterführenden Schulen sind im benachbarten Langenau. Eine wichtige Einrichtung ist die Riedwiesenhalle, eine Mehrzweckhalle mit Vereinsräumen für das Vereinsleben sowie die benachbarte Sportanlage Riedwiesen. Zwei weitere Sportplätze auf dem Eichenberg ergänzen das Angebot. Sowohl für den Verein als auch für hungrige und durstige Gäste von nah und fern steht das Schützenhaus zur Verfügung, das am Rand des Lonetals liegt. Der Albgasthof Bären bei der Riedwiesenhalle mit seinen Nebenzimmern und Saal ist ein Gasthaus mit regelmäßigem Mittagstisch aber auch der Treffpunkt der Sportler am Abend. Im Saal können Vereinsveranstaltungen und Feste stattfinden, auch Ausflugsbusse machen hier alt. Eine Übernachtungspension befindet sich im Gasthaus "Lamm" wo auch durchreisende Gäste preiswert Quartier machen können.

Ein Abstecher vom Touristischen Themenpfad im Lonetal nach Bernstadt lohnt sich immer um diese schmucke Gemeinde mit ihren Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Geschichte

Das südlich des Lonetals gelegene Dorf wurde 1241 erstmals urkundlich erwähnt. Der sehr frühzeitige Aufenthalt von Menschen im Lonetal ist durch Funde aus verschiedenen Höhlen belegt. Im engeren Siedlungsraum Bernstadts tauchen Zeugnisse auf in Form einer keltischen Fliehburg, deren Reste im Bergwald nordwestlich des Dorfes noch heute sichtbar sind. Die L 1170, die von Westen nach Osten die Gemeinde durchschneidet, geht auf eine alte Römerstraße zurück. Nachgewiesen sind ebenso Ansiedlungen in der Römerzeit. Als 1241 ein Rudolf von Berolfstadt genannt wird, hat dieses Geschlecht hier seine Burg, die unmittelbar neben der Kirche auf einer Anhöhe liegt. Der Ortsadel, der im Mittelalter an verschiedenen deutschen Fürstenhöfen und Bischofssitzen auftaucht verarmt im 14. und 15. Jahrhundert und die letzten Berolfstadter verkaufen 1432 ihre Stammbuch in Bernstadt an die Stadt Ulm. Das Geschlecht selbst stirbt dann im 16. Jahrhundert aus.

Bernstadt ist nun ein Ulmisches Dorf und seine Geschicke hängen bis ins 19. Jahrhundert von denen der freien Reichsstadt Ulm ab. Im Zuge der Säkularisation wird Bernstadt 1803 bayrisch und dann 1810 dem Königreich Württemberg zugeordnet.

Bernstadt das über Jahrhunderte hinweg landwirtschaftlich geprägt war, ist heute eine Arbeitnehmerwohngemeinde deren Bevölkerung zum größten Teil ihren Arbeitsplatz im Großraum Ulm/Neu-Ulm, in Langenau und im dahinterliegenden Bayern findet. Die Landesstraße L 1170 führt im Osten nach Langenau und darüber hinaus in den bayrisch-schwäbischen Raum sowie nach Westen in Richtung Geislingen und das Fils und Neckartal. Nach Süden in Richtung Ulm/Neu-Ulm ist Bernstadt verbunden über die Kreisstraßen K 7403 nach Beimerstetten und 7303 nach Hörvelsingen. Die Verbindung nach Norden in Richtung Holzkirch und Neenstetten erfolgt über die Kreisstraße 7303.

Sehenswürdigkeiten 

Unsere Sehenswürdigkeiten sind die aus dem Jahr 1486 stammende St. Lambertuskirche, die neben der früheren romanischen Vorgängerkirche, die sicher schon 400 Jahre vorher bestand, gebaut wurde. Sehenswert sind hier insbesondere der hölzerne Altar mit dem Altergemälde, das das Abendmahl und die Kreuzigung darstellt, ebenso die Bilder an der Empore. Das neue Geläut erhielt die St. Lambertuskirche im Jahr 1996, das die Hartgussglokken aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg ersetzt. Seit diesem Zeitpunkt klingen vier große Glocken vom Turm der Lambertuskirche.

Ein weiteres Kleinod unter den Bauwerken der Gemeinde ist das Schloss, das 1594 vom Ulmer Patrizier Jörg Besserer von Rohr erbaut wurde.

Der Renaissancebau der 1688 der Brandschatzung von durchziehenden französischen Soldaten zum Opfer fiel wurde dann wieder im heutigen äußeren Zustand aufgebaut. Das Schloss beherbergt heute neben der Gemeindeverwaltung einen Jugendraum sowie das Museum im Schloss und das Gemeindearchiv. Weitere ehrwürdige Gebäude sind das ehemalige Amtshaus, erbaut 1689 an der Schmiedgasse als Abschluss zur Platzgasse hin. Rund 100 Jahre war dieses Gebäude Sitz des Ulmer Amtmannes, dann Forsthaus und dient heute als Bauernhof. Eines der ältesten Gebäude in Bernstadt ist das Pfarrhaus, das den Brand der benachbarten Kirche 1704 unbeschadet überstanden hat sowie das Gasthaus "Hirsch", das bereits 1432 erwähnt wird. Auch es war gleich dem Schloss 1688 abgebrannt.

Wandern, Radfahren und Inline-Skaten im Lonetal

Der Wanderweg im westlichen Bereich der Lone führt vom Breitinger Ortsteil Butzen am Häldelesfels und der Kläranlage vorbei bis zur Holzkircher Straße. Der Weg ist in diesem Abschnitt bituminös befestigt und bestens ausgebaut für Besucher mit Fahrrad, Kinderwagen und Inlineskater. Eine technische Besonderheit in unserem Lande stellt die gerade in Betrieb gegangene solare Klärschlammtrocknung an. Sie ist ein Glied in der Kette der Abwasserbeseitigung, wird hier doch der Klärschlamm der sonst als Abfall behandelt werden müsste, so getrocknet, dass er als Brennstoff zur Energiegewinnung in Kraftwerken verwendet werden kann. Eine Photovoltaikanlage in dieser modernen technischen Einrichtung sorgt dafür, dass die Schlammtrocknung zum großen Teil mit Sonnenenergie betrieben werden kann.

Ostwärts der Holzkircher Straße führt nun der Lonetalweg als geschotterter Feldweg weiter, wobei als markante Naturdenkmale flussabwärts gesehen, auf der rechten Seite zunächst der Hubertusfels und auf der linken Seite dann der Mehlsackfels erscheinen. An der Kreuzung mit dem Asphaltweg zum Wanderparkplatz wechselt unser Lonetalwander- und -radwanderweg nun auf die rechte Seite des Gewässers. Hier ist zunächst der Salzbühlfels mit einer Höhle zu bemerken. Etwa 500 m weiter Flussabwärts sehen wir im Distrikt Probsthalde eine weitere Felsformation mit einer kleinen Höhle. Auf der linken Seite taucht dann das "Schlössle" auf, eine Auftürmung von Felsen die wie ein Sporn von Nordwesten her ins Lonetal hineinreichen und die Lone zu einem spitzen Bogen um diese Formation herumzwingen. Rechts davon liegt dann das Fohlenhaus mit seinen beiden berühmten Höhlen, das allerdings bereits auf Langenauer Markung liegt.

 

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