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Natur und Ökologie: Renaturierung

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Renaturierung - wie der natürliche Lauf der Lone wiederhergestellt wird

Unter Renaturierung versteht man die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Bei der Renaturierung von Bächen und Flüssen wird versucht, das ursprüngliche nichtbegradigte Flussbett wiederherzustellen, die Strömungsgeschwindigkeit und damit die Überschwemmungsgefahr zu reduzieren, sowie ursprüngliche Tier- und Pflanzenarten wiederanzusiedeln. Erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen ermöglichen meist eine rasche Verbesserung der Wasserqualität und einer Zunahme der Artenvielfalt.
Aktuell ist die naturnahe Umgestaltung der Lone auf der Gemarkung Herbrechtingen - Bissingen, unweit der Bocksteinhöhle zu beobachten. Diese Maßnahme ist Teil der Umsetzung des im Jahr 2001 fertiggestellten Gewässerentwicklungsplans Lone, der im Auftrag von insgesamt 19 Gemeinden aus dem Alb-Donau-Kreis und dem Kreis Heidenheim entstanden ist. Bedeutsamer Aspekt des Gewässerentwicklungs- plans ist, dass es sich um ein Flussgebiet handelt, das Anlieger- gemeinden in zwei Landkreisen in zwei Regierungsbezirken zu einem Planungs- und Entwicklungsraum verbindet.

An dem Projekt waren aus dem Alb-Donau-Kreis die Stadt Langenau und die Gemeinden Altheim, Asselfingen, Bernstadt, Ballendorf, Börslingen, Breitingen, Holzkirch, Lonsee, Neenstetten, Nerenstetten, Öllingen, Rammingen, Setzingen und Westerstetten sowie aus dem Kreis Heidenheim die Städte Giengen, Herbrechtingen und Niederstotzingen und die Gemeinde Gerstetten beteiligt. Vom Ursprung der Lone bis zur Mündung bei Hermaringen werden sämtliche beteiligten Städte und Gemeinden Entwicklungsmaßnahmen durchführen.

Die Gewässerentwicklungsplanung, die eine überplante Gewässerlänge von über 60 km umfasst, nahm rund ein Jahr in Anspruch. Der Gewässerentwicklungsplan soll insbesondere aufzeigen, wo das Erhalten von naturnahen Gewässerabschnitten erfolgen soll, wo die Entwicklung gewässerdynamischer Prozesse erwünscht ist und wo naturferne Gewässerstrecken umzugestalten sind.

Zur Umsetzung wurde nun auf Gemarkung Herbrechtingen-Bissingen ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt. Geplant ist u.a., die Eigendynamik und die Strukturvielfalt im Verlauf der Lone zu erhöhen beispielsweise durch Auflockern und Abflachen der Uferböschungen, Einbringen von Röhrichtinseln und das Aufweiten von Profil und Gewässerbett. Im Laufe der nächsten Jahre kann sich das Gewässer naturnahe entwickeln.

Hierzu ist die Ausweisung von Gewässerrandstreifen als Puffer- und Schutzzone zu angrenzenden Nutzungen sowie zur räumlichen Entfaltung der Eigendynamik des Gewässers unbedingt erforderlich. Entsprechend den örtlichen natürlichen Bedingungen werden sich in den Gewässerrandstreifen überwiegend gehölzfreie Röhricht- und Krautsäume entwickeln. Daneben sollen extensive Wiesenbereiche den Biotopverbund sowie die Artenvielfalt optimieren. Entlang der Waldflächen sind die Gewässerrandstreifen bevorzugt mittels Sukzession zu naturnahen Waldsäumen zu entwickeln.

Als Seitengewässer der Lone kommt auf Gemarkung Herbrechtingen-Hausen dem Hungerbrunnen auch wegen seiner natur- und kulturhistorischen Bedeutung als frühgeschichtliche Wasserstelle eine wesentliche Bedeutung zu. Er soll in seiner charakteristischen Ausprägung als zeitweilig wasserführendes Karstgewässer wiederhergestellt werden. Hierzu wird der Graben entsprechend der noch in Ansätzen vorhandenen Gerinnemorphologie in Form einer flachen Mulde durch entsprechende Geländemodellierungen neu gestaltet werden. Die Uferbereiche unterliegen extensiver Bewirtschaftung bzw. werden entlang des Waldes der Sukzession überlassen. Eine Optimierung der Gewässerstruktur, die Anlage röhrichtbestandener Aufweitungen sowie von Gewässerrandstreifen mit standortgerechter, krautiger Vegetation soll die Stabilität und Selbstreinigungskraft des Hungerbrunnens erhöhen. Dadurch erfährt der Gewässerlauf im touristisch erschlossenen Hungerbrunnental auch eine Aufwertung im Hinblick auf das Landschaftsbild.

Möglich wird die Umsetzung des Gewässerentwicklungsplanes nicht zuletzt durch die in zwei Versammlungen gezeigte positive Bereitschaft der betroffenen Grundstücksbesitzer, vornehmlich Bissinger Bauern und Landwirte, Grund und Boden abzutreten.

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