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Der Biber (Castor Fiber)

Biber gehören zur Familie der Nagetiere. Die heute in Europa lebende Biberart, der eurasische Biber (Castor fiber), entwickelte sich vor ca. 15 Millionen Jahren. Er breitete sich rasch über ganz Eurasien aus und gelangte über die Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska nach Nordamerika, wo sich vor etwa 2 Millionen Jahren die zweite Biberart, der nordamerikanische Biber (Castor canadensis), ausbildete.

Biologie

Erwachsene Biber können bis zu 1,3 Meter lang werden und ein Gewicht von über 30 kg erreichen. Weibchen werden dabei etwas größer als die Männchen.

Biber sind hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Ihr Kopf geht hydrodynamisch günstig nahezu ohne Hals in den stromlinienförmig gebauten Rumpf über. Auffallendstes Körpermerkmal ist der bis zu 35 cm lange, abgeflachte und beschuppte Schwanz. Dieses Körperteil, auch Kelle genannt, ist ein wahres Multifunktionsinstrument - beim Schwimmen dient es zur Steuerung und zur Unterstützung des Vortriebs, beim Sitzen hilft es als Stütze und im Winter ist es ein wichtiger Fettspeicher. Wichtig ist auch seine Funktion als Wärmeregulator: bei Temperaturen über 20 Grad können Biber über ihre Kelle überschüssige Körperwärme ins Wasser abgeben.

Im Wasser bewegen sich Biber hauptsächlich mit Hilfe ihrer Hinterfüße, die mit Schwimmhäuten versehen sind, fort. Vorder- und Hinterfüße besitzen kräftige Krallen, wobei die Vorderfüße geschickte Greifhände zum Abnagen und drehen von Zweigen darstellen. Während des Tauchens werden die Vorderfüße eng an den Körper angelegt.

Das in der Regel hell- bis dunkelbraune Biberfell ist mit bis zu 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter eines der dichtesten im Tierreich. Es bietet durch ein zwischen den Haaren gespeichertes Luftpolster einen guten Wärmeschutz und unterstützt den Auftrieb beim Schwimmen. 

Biber hören und riechen sehr gut, ihr Sehvermögen ist hingegen weniger gut ausgeprägt. Nase, Augen und Ohren liegen oben am Kopf nahezu auf einer Linie. Somit kann der Biber fast vollständig abtauchen und trotzdem seine wichtigsten Wahrnehmungsorgane zum Einsatz bringen. Unterwasser orientiert sich der Biber mit seinen Tasthaaren, Nase und Ohren werden verschlossen. Biber sind sehr gute Taucher, die bei Gefahr bis zu 20 min unter Wasser bleiben können, ein durchschnittlicher Tauchgang beträgt jedoch lediglich 2-5 Minuten.

Das kräftige Gebiss des Bibers besteht aus 20 Zähnen. Die charakteristischen kräftigen  Schneidezähne wachsen dabei ständig nach und werden von einer starken Kiefermuskulatur bewegt.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Biber liegt im Winter, wobei die Paarung selbst im Wasser stattfindet. Im Mai bis Juni kommen nach 105 bis 109 Tagen Tragzeit meist 1-3 behaarte und sehende Junge zur Welt. Sie wiegen dann zwischen 500 und 700 g und können sofort schwimmen. Während der ersten Wochen bleiben die Jungen im Biberbau, wo sie von ihren Eltern und Geschwistern aufgezogen werden. Die Sterblichkeit der Jungen ist allerdings sehr hoch, nur 25-50% erreichen ein Alter von 2 Jahren. Sie sterben u.a. bei der Nahrungsumstellung von Muttermilch auf Grünnahrung oder fallen Raubtieren oder Raubfischen zum Opfer.

Erwachsene Biber habe in unseren Regionen keine natürlichen Feinde mehr, da diese (Bär, Wolf und  Luchs) bei uns ausgerottet sind. Verluste treten hier durch Infektionen an Bisswunden auf, die sich Biber bei Revierkämpfen zuziehen. Weitere unnatürliche Todesfälle sind Verkehrsunfälle, Krankheiten, Hochwasser und Nachstellungen durch den Menschen.

Biber können in Freiheit bis 17 Jahre, in Gefangenschaft sogar über 30 Jahre alt werden.

Lebensweise und Lebensraum

Biber leben in Familienverbänden aus Eltern- und Jungtieren. Sie besitzen in ihrem Revier in der Regel mehrere Baue, die aus einem einfachen Erdbau bis hin zu der "klassischen", im Wasser errichteten Biberburg bestehen können. Der Eingang liegt dabei in der Regel unter Wasser und führt durch einen Gang zum überirdischen Wohnkessel, der einen Durchmesser von ca. 1 m und eine Höhe von 30-40 cm besitzt. Sein Boden ist mit Holzspänen ausgelegt. 

Bei zu niedrigem oder zu stark schwankendem Wasserstand baut der Biber aus verkeilten Zweigen und Ästen Dämme, die er mit Schlamm und Pflanzen abdichtet.  Ihre Nahrung besteht ausschließlich aus Pflanzen, wobei bis zu 300 Pflanzenarten auf der Speisekarte der Biber stehen, im Sommer vor allem Grünpflanzen.

Im Winter ernähren sich Biber von Baumrinden und da Biber nicht klettern können, fällen sie die Bäume um an die Rinde zu kommen. Dabei können sie bis zu 10cm dicke Bäume in einer Nacht fällen, an dickeren sitzen sie oft mehrere Nächte. 

Ausgewachsene Biber fressen ca. 1,5 kg Grünpflanzen bzw. 5 kg Rinde pro Tag. 

Biber bevorzugen stehende und langsam fließende Gewässer, sie sind allerdings bei der Wahl ihrer Lebensräume sehr flexibel. Größere Flüsse werden genauso besiedelt, wie kleinere Flüsse und Bäche.

Ein Biberrevier schwankt von der Ausdehnung je nach Nahrungsvorrat von 1-5 km. Biber sind wie wenige Tiere in der Lage, ihren Lebensraum aktiv zu gestalten. Biberdämme bilden dabei oftmals nennenswerte Stauflächen, die ihre umliegende Vegetation und Bodenflächen nachhaltig verändern. Durch das Fällen auch großer Bäume lichten sie die Uferstellen und schaffen dadurch Platz für lichtliebende Pflanzenarten. Insgesamt tragen sie hierdurch zur Diversifikation der Lebensräume bei.

Biber sind dämmerungs- und nachtaktiv, zuweilen kann man sie aber auch am Tage beobachten. Die Nacht wird vor allem zur Nahrungsaufnahme, zur Revierkontrolle und für bauliche Aktivitäten genutzt. Gegen Morgen tauchen die Biber wieder in die Burg ein. Den Tag verbringen die Biber im Bau mit gegenseitigem Putzen und schlafen. Biber halten keinen Winterschlaf, ihre Aktivitäten sind aber stark eingeschränkt. 

Das Frühjahr verbringen die Biber vor allem mit der Nahrungssuche. Diese steht dann im Sommer im Überfluss zur Verfügung, die Elterntiere sind dann vor allem mit der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt. Im Herbst werden Nahrungsvorräte für den Winter angelegt und Baue und Dämme winterfest gemacht.

 





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