Präkambrium
(vor 4.500 - 543 Millionen Jahren)
Die Zeit von der Entstehung der Erde vor ca. 4,5 Mrd.
Jahren bis zur Entwicklung einfacher Lebensformen wird
Präkambrium genannt. Das Präkambrium ist v.a. durch den
ersten Ausbruch des Lebens und die Anreicherung der
Atmosphäre mit Sauerstoff gekennzeichnet und bildete damit
die entscheidende Grundlage für die weitere Entwicklung der
Erde.
Es begann mit dem Urknall
Die Geschichte der Erde begann vor etwa 4,5-4,7 Milliarden
Jahren, als unser Sonnensystem mit der Sonne und seinen
Planeten durch das gravitationsbedingte Zusammenstürzen
eines riesigen Staubnebels entstand. 10-15 Milliarden Jahre
vorher, also heute vor ca. 15-20 Milliarden Jahren, war
dieser Materie vermutlich im sogenannten Urknall entstanden. Bausteine
des Lebens - die Ursuppe
Über die ersten 300-400 Millionen Jahre der
Erdgeschichte ist heute so gut wie nichts bekannt. Aus
radiologischen Untersuchungen werden die ältesten
Gesteinskörner auf 4,2 Milliarden Jahre datiert. Die
rundliche Form und die globale Verteilung dieser Körner lässt
darauf schließen, dass sie unter Wasser lagen, was wiederum
auf eine Durchschnitttemperatur von über 0° C und eine
weitgehende Bedeckung der Oberfläche mit flüssigem Wasser
hindeutet. Ein Teil des Wassers verdunstete und es entstand
die Uratmosphäre, die neben Wasserdampf auch Methan,
Ammoniak, Wasserstoff, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff
enthielt. Aus diesen Gasen bildeten sich im Wasser
verschiedene organische Verbindungen, darunter Fettsäuren, Kohlenhydrate
und Aminosäuren. Diese sogenannte Ursuppe aus organischen
und anorganischen Verbindungen bildete die Vorstufe des
Lebens. Erste Lebensformen
Die erste Form von Leben erschien vermutlich vor ca.
3,5-3,8 Milliarden Jahren. Stromatolithen, eine Art
geschichtetes Karbongestein die auch heute noch in
Westaustralien zu sehen sind, geben fossile Hinweise auf das
Vorhandensein erster einzelliger Lebensformen (sogenannte
Cyanobakterien). Diese Bakterien entwickelten schließlich
die Fähigkeit zur Photosynthese, bei der als
"Abfallprodukt" Sauerstoff anfiel. Lange Zeit
wurde dieser bodennahe Sauerstoff unmittelbar wieder durch
im Wasser gelöste Eisenionen gebunden. Rotbettablagerungen
(rostfarbene Gesteinsschichten) in Kanada, Arizona und
Westaustralien spiegeln auch heute noch diesen Vorgang
wieder. Sauerstoff
Vor ca. 2 Milliarden Jahren wurde jedoch mehr Sauerstoff
gebildet, als durch geologische Prozesse gebunden werden
konnte - es kam zur Anreicherung von Sauerstoff in der
Atmosphäre. Dies führte zu einer biologischen Katastrophe,
denn der Sauerstoff war für die meisten der damaligen
Lebensformen tödlich. Gleichzeitig entstanden aber auch
neue Arten, die in der Lage waren, Sauerstoff und Sonnenenergie weitaus effektiver zu
nutzen, als die bisherigen Lebewesen. Die Ansammlung
von Sauerstoff in der Atmosphäre führte allmählich auch
zur Bildung von Ozon in der Atmosphäre. Diese Ozonschicht
in der Atmosphäre war in der Lage, die tödliche
ultraviolette Strahlung der Sonne wirkungsvoll abzuschirmen.
Sie bildete damit auch die wesentliche Grundvoraussetzung
für die später folgende Ausweitung der Evolution vom Leben
im Wasser auf das Leben an Land. Am Ende des Präkambriums
bildeten sich erste vielzellige Lebewesen. Die Entstehung
und Anreicherung von Sauerstoff in der Atmosphäre bildete
damit letztendlich die entscheidende Grundlage für die
explosionsartige Entwicklung der Lebensformen im Paläozoikum
und auch für das Leben, wie wir es heute kennen.
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