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Heidenheim (478–645 m) liegt am nordöstlichen Ende der
Schwäbischen Alb. Das Mittelgebirge erstreckt sich über 180
km vom Nördlinger Ries in südwestlicher Richtung bis zur
Schweizer Grenze. Die typischen Erosionsformen des
Kalkgesteins lassen im Karst bizarre Felsgebilde wie die
Steinernen Jungfrauen im Eselsburger Tal, Höhlen,
Trockentäler, abflußlose Karstwannen, Quelltöpfe (Brenzursprung
in Königsbronn), Hungerbrunnen und Erdfälle entstehen. Das
Landschaftsbild prägende Elemente sind neben der
Landwirtschaft, die vor allem noch in den
Härtsfeldortschaften Oggenhausen und Großkuchen zu Hause
ist, die schafbeweideten Wacholderheiden mit ihrem
artenreichen Trockenrasen – hier wächst auch das
Wahrzeichen der Schwäbischen Alb, die Silberdistel – und
ausgedehnte Mischwälder. Die Stadt Heidenheim ist die
waldreichste Kommune im Regierungsbezirk Stuttgart.
Der Freizeitpark Schloß Hellenstein ist als stadtnahes
Ziel für Ausflüge und Spaziergänge besonders beliebt. Der
Wildpark mit den großzügigen, alpin anmutenden Wildgehegen
und das an der Westseite des Schloßbergs vorbeiziehende
Ugental laden ein zu Erholung und zur Begegnung mit der Natur.
Kultur
Schloß Hellenstein ist unzweifelhaft der städtebauliche
Höhepunkt der Stadt, und im Gemäuer der Rittersaal-Ruine
spielt sich der kulturelle Höhepunkt im Heidenheimer
Veranstaltungskalender ab: Die Opernfestspiele. In eigenen
Produktionen werden berühmte Opern vor allem von Giuseppe
Verdi wie „Nabucco“ oder „Otello“ als
Freilichtaufführungen in malerischer Kulisse
inszeniert.
Der Schloßberg fungiert auch in manch anderer Hinsicht als
Heidenheimer Kulturmagnet. Im ehemaligen Fruchtkasten des
Schlosses befindet sich heute das mit dem europäischen
Museumspreis ausgezeichnete „Museum für Kutschen, Chaisen,
Karren“, das die Geschichte des Landverkehrs bis zur
Erfindung des Automobils dokumentiert.
Das „Museum Schloß Hellenstein“ ist nicht nur seiner
reichen stadtgeschichtlichen Sammlungen wegen einen Besuch
wert, sondern auch wegen der Architektur der ehemaligen
Schloßkirche und des Obervogteisaals, in der es untergebracht
ist. Aus den wuchtigen Gewölben des früheren Marstalls wurde
ein stilvoller Festsaal, den die Stadt für Empfänge,
Kleinkunst und Musik nutzt.
Mitten im Freizeitpark Schloß Hellenstein liegt das
Naturtheater, dessen Zuschauerhalle 1.050 überdachte
Sitzplätze bietet. Seit über 75 Jahren spielen dort die
Heidenheimer Volksschauspiele vor jährlich 30.000 Zuschauern
Theater unter freiem Himmel in einer zauberhaften
Naturkulisse. Dabei reicht die Skala der aufwendigen
Inszenierungen des in Baden-Württemberg traditionsreichsten
Amateurtheaters vom „Weißen Rössl“ bis zu „Don Juan“,
von den Kinderstücken wie „Die Schöne und das Biest“
oder „Die kleine Hexe“ ganz zu schweigen.
Eine weitere ausgesprochen engagierte Theatergruppe hat
unter dem Namen „Sasse“ ihre Heimstatt in einem liebevoll
umgebauten Schnaitheimer Stadel gefunden. Die „Sasse“
konnte bereits einige ihrer Produktionen („Gatte gegrillt“,
„Holzers Peep-Show“) im Fernsehen unterbringen. Zum
kulturellen Angebot gehören die Meisterkonzerte in der Freien
Waldorfschule und die Aufführungen des Theaterrings im
Konzerthaus. Auch an der 1995 eingeweihten Rieger-Orgel in der
Pauluskirche – in ihrer am französischen Klangideal
ausgerichteten Disposition weit und breit einmalig – finden
eindrucksvolle Konzerte statt. Mehrere Chöre und Orchester
repräsentieren sakrale und weltliche Laienmusik auf höchstem
Niveau, wobei die Spitze der Mädchenchor des
Schillergymnasiums bildet, der schon zahlreiche internationale
Auszeichnungen errungen hat.
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