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Der moderne Menschentyp Homo Sapiens erschien vor ca. 40.000
Jahre erstmals in Mitteleuropa. Die ältesten Überreste von
Homo Sapiens, die bisher gefunden wurden, stammen aus
Äthiopien und sind ca. 160.000 Jahre alt. Der Fund erhärtet
die Theorie, dass der moderne Mensch in Afrika entstanden ist
und sich von dort über die Kontinente hinweg ausgebreitet
hat. Gemäß dieser "Out-of-Africa"-Theorie begann
vor etwa 100.000 Jahren die Auswanderung des Homo Sapiens nach
Europa und Asien.
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Die ältesten Spuren des Homo Sapiens im Lonetal werden auf
ca. 35.000 Jahre datiert. Auch sie deuten darauf hin, dass
die damals lebenden Menschen sich hauptsächlich von der
Jagd auf die Großtierarten
der Eiszeit ernährten. Eine besondere Rolle spielte
dabei das Mammut. Ähnlich wie der Büffel für die Indianer
war das Mammut ein bedeutender Rohstofflieferant.
Die wichtigste Jagdwaffe der Menschen war dabei das Feuer.
Meist wurden Mammutherden nachts mit Hilfe von Fackeln in
Abgründe oder tiefe Fallen getrieben, wo sie zu Tode stürzten.
Belegt werden diese Szenen aus zahlreichen Höhlenzeichnungen
der Eiszeit.
Im Lonetal fehlen die steilen Klippen für diese
Jagdstrategie, dennoch sind zahlreiche Spuren von erlegten
Mammuts gefunden worden. Hier wurden demnach andere
Jagdtaktiken eingesetzt.
Das Graben von tiefen Fallgruben, dürfte in den
Permafrostböden der letzten Eiszeit sehr schwierig gewesen
sein, eher schon könnten Mammuts in die zu dieser Zeit sumpfigen Böden
des Lonetals getrieben worden sein, aus denen sie sich nicht
mehr befreien konnten.
Noch eine weitere, gefährlichere Jagdstrategie kam
vermutlich im Lonetal zum Einsatz. Da die Mammuts keine natürlichen
Feinde hatten, ist es wahrscheinlich, dass sie wenig
Furcht vor den Menschen besaßen. Die Jäger konnten sich
den Tieren somit relativ einfach und gefahrlos nähern. Mittels
eigens hierzu gefertigten Stoßlanzen konnte ein mutiger
Jäger mit einem gezielten Stich ins Herz oder in die Augen
das Mammut tödlich verwunden. Eine derart gefertigte, 2,4
Meter lange Stoßlanze aus Eibenholz wurde bei Bremen in
einem 125.000 Jahre alten Elefantenskelett gefunden. Dies
beweist, dass bereits die Neandertaler diese Jagdstrategie
einsetzten. Dokumentarfilme aus den 30er Jahren zeigen, dass
Pygmäen diese Strategie noch in der jüngeren Vergangenheit
zum Erlegen von Waldelefanten
anwendeten. Es ist anzunehmen, dass auch die Mammutjäger
im Lonetal diese Waffe einsetzten.
Diese tollkühne Jagdmethode war mit Sicherheit alles
andere als gefahrlos. Oftmals wurden die Tiere
nur verletzt und flüchteten vor den Jägern - oder gingen
zum Angriff über. Was folgte war eine lange Hetzjagd mit
dem Mensch entweder als Jäger oder als Gejagtem.
Wahrscheinlich waren es diese andauernden Hetzjagden, bei
denen unsere Vorfahren ihr Fellkleid verloren. Über viele
Generationen bildete sich so ein System von Schweißdrüsen,
das die urzeitlichen Jäger vor der Überhitzung schützte.
Neben dem Fleisch des Mammuts, das als Nahrung diente,
wurden die Stoßzähne auch als Grundgerüst zum Bau von
Zelten genutzt. Ihr Fell wurde für Kleidung und für Zeltdächer
verwendet. Knochen dienten als Waffen und Werkzeuge, die
Sehnen wurden als Schnüre verwendet. Aus den Stoßzähnen
wurden zudem Waffen gefertigt. Und der Jagderfolg
eröffnete den damaligen Menschen eine neue zeitliche Dimension - nach
erfolgreicher Jagd konnten sich unsere urzeitlichen
Vorfahren für eine
gewisse Zeit zurückziehen und mussten sich so nicht
permanent dem Überlebenskampf stellen - die Freizeit war
erfunden.
Es war wohl jene freie Zeit, die den Menschen dazu veranlasste,
sich künstlerisch zu betätigen. Die im Lonetal gefundenen,
über 30.000 Jahre alten, weltberühmten Schnitzereien aus
Mammutelfenbein belegen, dass die frühen Menschen dabei ein
hohes Maß an handwerklicher Kunst beherrschten. Der
eindrucksvollste Beweis dieser Fertigkeiten ist der im Hohlenstein
im Lonetal gefundenen Löwenmensch. Er
zeigt nicht nur die handwerklichen Fähigkeiten
eindrucksvoll auf, sondern lässt auch auf ein
komplexes, geistig-religiös-motiviertes Weltbild der frühen Menschen schließen.
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