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Nicht nur der Name Altheim, sondern auch die in der Nähe
gefundenen Grabhügel deuten auf eine frühe Besiedlung der
heutigen Gemeinde Altheim hin. Der Schlossberg bei der
Teilgemeinde Zähringen stellt eine Ringburg, wahrscheinlich
eine keltische Fliehburg, dar. Die hier ansässigen Kelten
beschäftigten sich bereits mit Viehzucht und Ackerbau.
Später kamen die Römer in dieses Gebiet, denn Bodenfunde
im Feld südöstlich des Dorfes lassen einen römischen
Gutshof vermuten. Die eindringenden Alemannen setzten sich
im 3. Jahrhundert hier fest. Den einzelnen Sippen wurden
Marken zugewiesen, und so entstanden die Sippensiedlungen
mit dem Namen der Sippe. In den ergiebigsten Landschaften,
zu denen auch die Altheimer Markung gehörte, führen die
alten Siedlungen fast durchweg den Namen mit der Endung
"ingen". Die beiden Teilgemeinden Söglingen und
Zähringen, zwischen denen Altheim liegt, reichen wohl in
die Zeit der Landnahme zurück.
Als die Franken die Alemannen besiegten, wurde diese
Gegend 536 n.Chr. dem Frankenreich einverleibt. Mit dem
Beginn des Christentums gehörte Altheim zum Bistum
Augsburg. Da der Dom zu Augsburg der Heiligen Maria geweiht
ist, so war die sicher sehr früh erbaute Kirche zu Altheim
ebenfalls eine Marienkirche.
Altheim wird erstmals im Jahr 1225 in einer Urkunde des
Papstes Honorius III. unter dem Besitz des Klosters
Elchingen erwähnt. Es gehörte damals den Grafen von
Werdenberg, die ihren Sitz in Albeck hatten und durch einen
Vogt ihre Herrschaftsrechte wahrnehmen ließen. Die Grafen
von Werdenberg verpfändeten 1324 ihre Vogtei an Eberhard
von Steinheim und verkauften dann am 5. Dezember 1385 ihren
ganzen Besitz an die freie Reichsstadt Ulm. Der
werdenbergische Vogt wurde furch den ulmischen Amtmann
abgelöst. Die Reichsstadt Ulm ließ hier 1536 ein Amtshaus
erbauen. 1582 wird das ulmische Oberforstamt von Ravenstein
nach Altheim verlegt. Da das Amt des Oberforstmeisters stets
von Angehörigen der Ulmer Patriziergeschlechter besetzt
war, genoss Altheim eine besondere Stellung im ulmischen
Gebiet, was auch darin zum Ausdruck kam, dass der Rat der
Stadt Ulm Altheim die Marktgerechtigkeit verlieh.
Im Jahre 1293 wird erstmals urkundlich ein Pfarrer von
Altheim, ein Herr Ulrich, als Zeuge bei einer Schenkung des
Grafen von Helfenstein an das Kloster Wettenhausen genannt.
Der Kirchensatz , Withum und Zehnte waren in den Händen der
Grafen von Werdenberg und kamen 1385 ebenfalls an die Stadt
Ulm.
Das Kloster Anhausen erscheint 1329 als begütert in
Altheim.
Eine Auszeichnung bedeutete es zweifellos für Altheim,
als 1436 Dr. Heinrich Neidhardt, Domherr zu Konstanz und
Pfarrer zu Ulm, eine Frühmesse mit Predigtamt stiftete.
Eine der großen Persönlichkeiten war Pfarrer Wolfgang
Bachmayer (1597-1685), welcher von 1631 bis 1681 Pfarrer in
Altheim(Alb) war. Als Freund von Johannes Kepler hat er sich
mit Mathematik befasst und als Astronom und Verfertiger von
Landkarten gewirkt. Als Theologe und Magister hat er die
ulmischen Gebiete vermessen und aufgezeichnet, des weiteren
hat er sich intensiv mit der Astronomie beschäftigt und so
u.a. die Sonnenfinsternis für den 12.08.1654
vorausberechnet.
Am 18. Mai 1803 wurde der Pfarrersohn Konrad Dietrich
Hassler in Altheim geboren. Er studierte in Tübingen,
Leipzig und Paris und entfaltete in Ulm von 1826 bis zu
seinem Tode am 15. April 1873 eine ungemein rege Tätigkeit
auf fast allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Professor
Dr. Hassler, der u.a. Parlaments- und Landtagsabgeordneter
war, machte sich insbesondere verdient um die
Münsterrestauration in Ulm.
Die zu alt und zu eng gewordene Altheimer Kirche wurde
1696 fast ganz abgebrochen und im gotischen Stil neu erbaut.
1975 erfolgte eine grundlegende Renovierung, noch heute
birgt die Kirche manches Kleinod der Gemeinde.
Seit 1786 werden in Altheim alljährlich wieder zwei
Jahrmärkte abgehalten, einmal der Lichtmessmarkt am 2.
Februar und zum anderen am letzten Montag im Oktober der
Herbstmarkt, dessen Höhepunkt der von der Landjugend
aufgeführte Füllestanz bildet. Ebenso zieht der
Brezgenmarkt, der am Palmsonntag bei der alten Freistätte
zwischen Altheim , Heldenfingen und Heuchlingen stattfindet,
alljährlich Tausende von Menschen an.
Von den das Land überziehenden Kriegen blieb Altheim
nicht verschont. Die schlimmste Zeit musste die Gemeinde
wohl im Dreißigjährigen Krieg durchstehen. Aber auch der
1. und 2 Weltkrieg forderten viele Opfer aus der Altheimer
Bürgerschaft.
Nach dem 2. Weltkrieg wuchs Altheim durch den Zuzug der
Heimatvertriebenen immer mehr an und zählt heute rund 1.800
Einwohner.
Infolge der Mechanisierung wurden insbesondere in der
Landwirtschaft Arbeitskräfte frei, die als Pendler in der
näheren Umgebung arbeiten. Die 1954 bis 1956 durchgeführte
Flurbereinigung erleichterte des weiteren eine rationelle
und effektive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen
Güter.
Die Gemeinde unternahm große Anstrengungen, um einer
sich ständig ausweitenden Landflucht entgegenzuwirken.
Bereits in den 50er Jahren wurde begonnen, ein
Kanalisationsnetz und Ortsstraßen auszubauen; Neubaugebiete
entstanden, der Ortskern wurde saniert, in Zähringen wurde
eine Kläranlage erstellt, eine gemeinsame Kläranlage mit
den Nachbargemeinden wurde gebaut, eine moderne
Mehrzweckhalle wurde errichtet, die schulischen Anlagen
erweitert, Kinderspielplätze wurden eingerichtet, zwei
Kindergartenneubauten und ein Feuerwehrgerätehaus mit
Bauhof entstanden, das ehemalige Pfarrhaus (1640) wurde
saniert und dient jetzt als Rathaus. Der wirtschaftliche
Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg, die sich ständig
weiterentwickelnde Gesetzgebung, die Durchführung von
Reformmaßnahmen und der sich ständig steigernde Anspruch
auf höheren Lebensstandard brachten immer neue Aufgaben
für die Gemeinde, die sie nur durch die aktive Mitarbeit
und Unterstützung ihrer Bürger bewältigen konnte, deren
Lebensfreude sich in einem regen Vereinsleben widerspiegelt.
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