| Mammuts lebten vor 135.000 -11.000 Jahren in
weiten Teilen Europas, Asiens, Afrikas und Nordamerika. Sie waren ausschließlich Pflanzenfresser,
ihre Nahrung bestand aus Gräsern und Sträuchern. Die im
Lonetal und in nördlichen Breiten vorkommende Mammutart war
das Wollhaarmammut. Andere Arten waren das Steppenmammut
und der Südelefant, die südlichere Lebensräume
besiedelten.
Das dichte braune
Fell der Wollhaarmammuts schützte sie vor den niedrigen Temperaturen der
Eiszeit. Dabei wechselten sie zwischen Sommer- und
Winterkleid. Im Winter konnte die Behaarung bis zu einem
Meter lang werden. Aus Kälteschutzgründen waren die Ohren
und der Schwanz der Mammuts sehr klein, so dass diese
Körperteile nicht erfrieren
konnten. Charakteristisch für Mammuts waren ihre gewaltigen Stoßzähne, die einerseits
der Abwehr dienten, andererseits aber auch zum Beseitigen
von Schnee und Ästen zwecks Nahrungsbeschaffung dienten.
Mammuts verbrachten die kurzen Sommer der Eiszeit in
Regionen nördlicher Breite, u.a. auch in der heutigen
Nordsee, die zur letzten Eiszeit noch aus saftigem Grasland
bestand. Im Herbst wanderten die Mammuts Richtung Süden, wo
sie in etwas gemäßigteren Gefilden die harten Winter der
Eiszeit verbrachten.
Mammuts lebten in Herden, die in der Regel
ausschließlich aus Kühen und Jungtieren bestanden und von
einer älteren Leitkuh angeführt wurden. Mammutbullen
stießen lediglich zur Paarungszeit zur Herde und lebten den
Rest des Jahres als Einzelgänger.
Mammuts konnten über 3 Meter groß werden und dürften
etwa gleich groß gewesen sein, wie die heutigen Elefanten,
die auch Ihre nächsten noch lebenden Verwandten sind.
Mammuts und die Menschen der Frühzeit 
Mammuts
waren wichtige Jagdtiere der Menschen. Ursprünglich wurde
angenommen, daß die
Mammutherden nachts mit Hilfe von Fackeln in Abgründe oder tiefe Fallen
getrieben, wo sie zu Tode stürzten. Belegt werden diese
Szenen aus zahlreichen Höhlenzeichnungen der Eiszeit. Viel
wahrscheinlicher, weil einfacher, scheint das Erlegen dieser
Tiere mittels Holzlanzen im sumpfigen Gebiet, d.h. am Rand
der Talauen, wo diese schweren Tiere sehr unbeweglich waren.
Dabei dürfte in vielen Fällen zunächst das Jungtier einer
Herde Ziel des Angriffes gewesen sein. Nach Beobachtungen
bei lebenden afrikanischen Elefanten verlässt das
Muttertier beim Tod eines Jungtieres die Herde und bleibt
tagelang in unmittelbarer Nähe des Jungtieres. Dabei nimmt
das Muttertier kaum Nahrung zu sich und ist letztlich dann
so geschwächt ist, dass es leichter anzugreifen ist. Neben
dem Fleisch, das als Nahrung diente, wurden die Stoßzähne
auch als Grundgerüst zum Bau von Zelten genutzt. Ihr Fell
wurde für Kleidung und für Zeltdächer verwendet. Knochen
dienten als Waffen und Werkzeuge, die Sehnen wurden als
Schnüre verwendet. Aus den Stoßzähnen wurden zudem Waffen
sowie eindrucksvolle Schmuck- und Kunstgegenstände angefertigt. Im Lonetal
gefundene, über 30.000 Jahre alte Schnitzereien aus
Mammutelfenbein belegen, dass die frühen Menschen auch
handwerkliche Kunst beherrschten. Der wohl weltweit
bekannteste Kunstgegenstand des modernen Menschen ist der im
Lonetal gefundenen Löwenmensch.
Wahrscheinlich hatte das Mammut neben der Bedeutung als
Nahrungslieferant auch eine wichtige geistig-religiöse
Bedeutung - Kunstgegenstände, wie die im Lonetal
ausgegrabenen Schnitzereien, lassen deshalb auf ein bereits komplexes
Weltbild der frühen Menschen schließen. Die Mammuts
verschwanden gemeinsam mit anderen damaligen Großtierarten vor ca. 10.000 Jahren von der Erde. Ob die
Mammuts eine der ersten Tierarten waren, die vom Menschen
ausgerottet wurden, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Sicher
scheint jedoch, dass ihr Aussterben auch im Zusammenhang mit
dem Ende der Eiszeit und der darauffolgenden Klimaerwärmung
zu sehen ist. |